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23.03.2019 09:57 Alter: 33 days

Besuch der Kathi-Lampert-Schule für Sozialbetreuungsberufe


Wir (das WPG Theorie und Praxis des Sozialen Lernens) kamen am 8. März 2019 in die Kathi-Lampert-Schule in Götzis am Garnmarkt und wurden warmherzig begrüßt. Uns wurde sogleich geholfen, den Raum zu finden, in dem Gesundheit- und Krankenpflege unterrichtet wird. Die diplomierte Krankenschwester Frau Vojic unterrichtet dieses Fach und brachte am Freitag ihren Schülern etwas über das Thema „Essen, Trinken, Einnahme, Ausscheidung, Umgang mit herausfordernden Situationen“ bei, wobei wir sie beobachten durften und einige Lacher mit ihr teilen konnten. In der Gruppe, die sie unterrichtete, waren Schüler, die schon im Berufsleben sind und jeden Freitag in die Schule kommen, um sich weiterzubilden. Die Schüler waren Behindertenarbeiter und Behindertenbegleiter, denen sie beibrachte, wie wichtig es ist, mit den Patienten passend umzugehen. Dies erklärte sie durch das Modell der Kompetenz, zu diesem gehören die Fähigkeiten, das Wissen und die Haltung:

  • Fähigkeiten

Beispiel: Ein Patient muss aus dem Bett aufstehen, die Krankenschwester zieht an seinen Händen. Ganz außer Atem taumelt sie zurück, der Patient liegt noch immer im Bett, nur hat er nun kein Vertrauen mehr. Was hätte man tun müssen? Kein normaler Mensch steht so auf, dass er gerade wie ein Brett nach vorne schnallt, sondern indem er sich auf die Seite legt, mit den Händen abstützt, dann hinsetzt und schlussendlich aufsteht.

  • Wissen

Beispiel: Ein Patient kann nicht laufen und muss im Bett verweilen. Die Krankenschwester bewegt ihn deswegen nicht, jedoch ist er nach ein paar Tagen am Rücken wund. Was hätte man wissen müssen? Hier muss man wissen, dass der Patient bettlägerig werden und dies schlimme Folgen haben kann, wie Lungenentzündungen, Verstopfungen, Inkontinenz, steigendes Risiko für Thrombose und dem vorher genannten Dekubitus, offene Stellen, dort, wo man gelegen hat.

  • Haltung

Beispiel: Die Krankenschwester kommt in das Zimmer und sollte Blut abnehmen, sie ist unsicher, betrachtet den Patienten fragend, läuft nervös auf und ab und weiß nicht, was zu tun ist. Folglich wird der Patient verunsichert und vertraut der Krankenschwester nicht. Was hätte man tun sollen? Mit Selbstbewusstsein hineingehen, dem Patienten erklären, was sie jetzt macht und was er zu tun hat und sich nie die Unsicherheit ansehen lassen.

Was hat mich beeindruckt?

Mich hat erstaunt, dass die Behindertenarbeiter und Behindertenbegleiter so viel medizinisches Wissen brauchen und so viel Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen müssen. Es ist erstaunlich, wie die Menschen, die mit beeinträchtigten Menschen arbeiten, so viel Geduld und Menschenliebe aufbringen, um den beeinträchtigten Menschen ein halbwegs normales und eigenständiges Leben bieten zu können.

Beeindruckend ist außerdem, wie sie mit den psychischen Belastungen umgehen können, wie beispielsweise bei einer Geschichte, die uns die diplomierte Krankenschwester Vojic erzählte: Einer Frau musste man jeden Tag ihre Einlagen wechseln, welche sie wegen der Inkontinenz trug, jedoch hatte sie Angst, konnte sich nicht verständigen und schrie, niemand konnte ihr Vertrauen gewinnen und sie hatte keine Nahestehenden, die helfen hätten können.

Ich bewundere die Menschen, die mit diesen beeinträchtigten Menschen arbeiten können, denn ich könnte es nicht.

Was nehme ich persönlich für mein Leben/Beruf/Schule mit?

Nach dem Besuch in der Kathi-Lampert-Schule wurde mir klar, wie hart ein Job wie dieser ist und dass ich diesen nie ausüben könnte. Jedoch bin ich zutiefst froh, dass es solche Menschen gibt, die sich um die behinderten und geistig beeinträchtigten Menschen kümmern, denn wer weiß, was in Zukunft ist und ob man nicht selbst oder nahe Verwandte diese Hilfe benötigen. Zusätzlich nehme ich für mein Leben sowie Beruf und Schule mit, dass man sich immer gründlich informieren sollte, bevor man etwas macht, denn es könnte fatale Folgen haben.

Chiara Lederle, 7c, WPG Theorie und Praxis des sozialen Lernens