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09.02.2018 10:26 Alter: 256 days

Mit dem Bochabela String Orchestra durch Europa


Im Frühling 2017 bekamen wir, Bence Szinak (9m), Adrian Lindenthal (8m), ich (7m) und weitere Studenten des Konservatoriums, das Angebot, bei einem Orchesterprojekt des Bochabela String Orchestra (kurz BSO) mitzuwirken. Dieses Projekt beinhaltete eine intensive Probenwoche in Südafrika (August 2017) und die anschließende Orchestertournee im Jänner 2018. Obwohl zu diesem Zeitpunkt die Vorfreude schon groß war, da wir die Orchestermitglieder aus Südafrika und ihre unvergleichliche Lebensfreude bei diversen Chorprojekten schon kennengelernt hatten, hatten wir damals noch keine Ahnung, was für unvergessliche Erlebnisse, begleitet von Musik und einer Menge Spaß, uns in diesen drei Wochen erwarten sollten.

Das Thema der diesjährigen Tour lautete „100 Jahre Nelson Mandela“. Das Programm beschäftigte sich mit seinem Kampf für die Freiheit der Afrikaner und die Überwindung der Apartheid. Das Besondere: Es waren nicht, wie bei den vorherigen Tourneen des BSO, nur südafrikanische Musiker im Orchester, sondern zum ersten Mal auch wir, die Weißen, um die Überwindung der Rassentrennung zu symbolisieren. Auch das Programm bestand erstmals nicht nur aus Musik, sondern wurde durch Texte von Nelson Mandela ergänzt. Gelesen wurden diese von dem deutschen Schauspieler Eike Domroes, der von allen auch liebevoll „Madiba“ genannt wurde.

Alles begann, als wir am 3. Jänner die südafrikanischen Mitglieder des Orchesters am Flughafen München abholten, um mit ihnen anschließend zum nahegelegenen Kloster Bernried zu fahren, wo uns drei intensive Probetage erwarteten. In diesen drei Tagen probten wir unter anderem die Nelson-Messe von Haydn, Stücke zweier Vorarlberger Komponisten und Anti-Apartheid Gesänge, die Martin Lindenthal mit uns einstudierte.

Die Premiere fand in Germering, einer Kreisstadt in Bayern, statt. Das erste Konzert in der ausverkauften St. Cäcilia Kirche war ein voller Erfolg, der von Standing Ovations, begeistertem Klatschen und etlichen Zugaben begleitet wurde. Auch die folgenden Konzerte waren ausverkauft und das BSO versprühte weiterhin seine unglaubliche Lebensfreude. Es wurde getanzt, gelacht und gejubelt, und nicht einmal wir, die sonst so „verklemmten“ Europäer, konnten uns diesem Bann des „African Spirits“ entziehen. Dieser sogenannte African Spirit beschränkte sich aber nicht nur auf die Bühnenauftritte. So wurde oft bis spät in die Nacht gesungen und getanzt, in den Pausen zwischen den Proben gejammt und im Bus lautstark afrikanische Hymnen gesungen. Egal wo wir hingingen, leise war es gewiss nie.

Die Zeit, die wir nicht mit Proben und bei Auftritten verbrachten, nutzten wir, um die jeweilige Stadt, in der wir uns befanden, zu erkunden. So besichtigten wir zum Beispiel in Hamburg einen Teil der Elbphilharmonie, nahmen an einer Hafenrundfahrt teil und beendeten das typische Hamburger Erlebnis mit einem Abendessen am Fischbrötchenstand.

In Hannover hatten wir die Möglichkeit, uns von unseren Gastfamilien die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen zu lassen.

Gewiss eines der Highlights der Tournee war das Konzert in der Minoritenkirche in Wien, eine Kooperation zwischen den Wiener Sängerknaben, dem Superar-Chor, Erwin Steinhauer und dem Bochabela String Orchestra, eine ungewöhnliche Mischung, die jedoch bei allen Beteiligten große Begeisterung hervorrief.

Doch auch das gemeinsame Konzert mit dem Musikgymnasiumschor war ein besonders berührendes Erlebnis, denn wenn so viele junge, lebensfrohe Menschen auf einer Bühne gemeinsam musizieren, entsteht etwas Unbeschreibliches und Wunderschönes!

Nach den Konzerten in Vorarlberg ging die Reise weiter in die Schweiz, wo wir Konzerte in der Zürcher Tonhalle, im Paul-Klee-Museum in Bern und unser letztes Konzert in der Internationalen Schule in Genf spielten.

Am 26. Jänner mussten wir uns schließlich schweren Herzens von unseren neu gewonnenen Freunden verabschieden, die noch am selben Tag die lange Reise nach Südafrika antraten.

Die Tour erst möglich gemacht haben Peter Guy (Gründer des Projekts), Klaus Christa (Künstlerischer Leiter) und ein Organisationsteam (Claudia Christa, Raphaela Selhofer), die bereits vor eineinhalb Jahren mit der eigentlichen Vorbereitung und Organisation begonnen haben und viele Stunden und Leidenschaft in das Projekt gesteckt haben.

Diese gemeinsamen drei Wochen haben uns nicht nur musikalisch weitergebracht, sondern uns auch unvergessliche Erfahrungen ermöglicht und gewiss einen Teil unserer Lebenseinstellung verändert und geprägt.

Miriam Christa (7m), Adrian Lindenthal (8m) und Bence Szinak (9m)