< Zeitzeuginnen-Gespräch
11.12.2017 17:20 Alter: 129 days

Orchesterprojekt in Trossingen


Das Orchester der Musikhochschule Trossingen hatte für das diesjährige Orchesterprojekt die 7. Sinfonie von Bruckner als Programm vorgesehen. Da es für dieses Werk einer etwas größeren Streicherbesetzung bedarf, wurden Studenten des Landeskonservatoriums Vorarlberg als zusätzliche Aushilfen eingeladen. Zusammen mit vier anderen Streicherstudenten durfte ich als Musikgymnasiastin ebenfalls mit dabei sein. Die Probenarbeit fand in den letzten beiden Novemberwochen statt. Wir fuhren jeweils zweimal für zwei intensive Probentage nach Trossingen, wo wir auch übernachteten. Am Ende der beiden Probenphasen gab es anschließend drei Konzerte, welche im Konzertsaal in Balingen, der Klosterkirche in Alpirsbach sowie der Stadthalle in Sigmaringen stattfanden.

Die Leitung des Orchesters hatte Sebastian Tewinkel inne, welcher auch die Probenarbeit mit uns übernahm. Zusätzlich zu der 7. Sinfonie von Bruckner wurde auch noch ein modernes Werk mit dem Namen „Sechs Stücke“ von Anton Webern aufgeführt. Die beiden Werke waren sehr komplex, jedoch brachten sie einen unglaublichen Erfahrungswert mit sich, da man diese Art von Musik schon zu der sogenannten „großen“ Orchesterliteratur zählen kann. Auch die Disziplin, die ein Hochschulorchester wie dieses bei den Proben an den Tag legt, war interessant mitzuerleben und übertrug sich automatisch auf jeden von uns. Zum Beispiel mussten diejenigen, die kurz vor Probenbeginn noch nicht an ihrem Platz saßen, einen Beitrag von 2,50 Euro als Strafe bezahlen.

Der Ort Trossingen ist nicht allzu groß, aber ein relativ bekanntes Zentrum für Musiker und Studenten. Man findet beinahe an jeder Ecke Symbole, die etwas mit Musik zu tun haben. Untergebracht waren wir im Hotel Kunstwerk B, welches direkt neben der Hochschule seinen Sitz hat und quasi die Herberge schlechthin für Musik und Künstler, die nach Trossingen kommen, ist.

Bei diesem Orchesterprojekt mitzuwirken war für mich als Geigenstudentin eine sehr interessante und auch wichtige Erfahrung. Musik dieser Art zu spielen war zwar eine große Herausforderung, hat aber auch unglaublichen Spaß gemacht.

Marie Eberle, 8m