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26.09.2017 16:28 Alter: 82 days

Musikalische Reise nach Südafrika


Es war vier Uhr morgens, als wir unsere Reise antraten, doch erst am Mittag des darauffolgenden Tages sollten wir unser Ziel, die Provinzstadt Parys südlich von Johannesburg, erreichen.

Zwei Monate zuvor hatte uns Klaus Christa (Viola-Professor am Vorarlberger Landeskonservatorium) gefragt, ob wir Teil des Projektes „Bochabela and friends“ sein wollten.

Das südafrikanische Bochabela-Stringorchestra ist Teil des Mangaung-Projektes, welches der Amerikaner Peter Guy vor beinahe 20 Jahren gegründet hat, um Kindern und Jugendlichen aus den Townships von Bloemfontein und Umgebung die Möglichkeit zu geben, ein Streichinstrument zu erlernen. Inzwischen tourt das Bochabela-Orchestra fast jährlich durch die deutschsprachigen Länder Europas und konnte auch in Feldkirch mit zahlreichen erfolgreichen Konzerten punkten.

Auf der Bochabela-Tour im Jänner 2018 sollen die beiden Kulturen noch mehr miteinander verschmolzen werden, weshalb Klaus Christa Studierende des Konservatoriums fragte, ob wir an der Tour teilnehmen wollten.

So reisten Miriam Christa (7m), Bence Szinak und ich (9m) sowie drei weitere Studenten in diesen Sommerferien für zwei Probenwochenenden nach Südafrika, wo wir die Nelson-Messe von Josef Haydn sowie viele südafrikanische Volksstücke erlernten und dabei die unglaubliche Spielfreude und Musikalität der Mitglieder zu spüren bekamen.

In der Zeit zwischen den Probenwochenenden fuhren wir nach Bloemfontain, wo wir die Musicon, den Hauptsitz des Mangaung-Projektes, besuchten. Lehrer des Projektes nahmen uns auf die bis zu zwei Stunden entfernten, teils mitten in den Townships liegenden Schulen mit, wo wir die Möglichkeit hatten, Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren zu unterrichten. Ich konnte spüren, wie wertvoll die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen, für die Kinder ist, und merkte, dass dies ihnen eine Flucht aus dem ärmlichen Alltag bietet. Anfangs etwas ängstlich, sahen sie uns mit großen Augen an und gaben sich große Mühe, keine Fehler zu machen, doch schon bald war das Eis gebrochen, und die Kinder posierten mit uns für Selfies und beschenkten uns mit herzlichen Umarmungen. Eine Erfahrung die ich gewiss nie vergessen werde!

Ich freue mich darauf, die Orchestermitglieder und mittlerweile Freunde des Bochabela-Stringorchestras im Jänner wiederzusehen und jene Lebensfreude drei Wochen lang auf die Bühnen Europas zu bringen.

Xenia Rubin, 9m